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[ der Karrieremensch ]

Neuigkeiten:

Botschaftsbesuche in Madrid, später Juli:
     Schöne Neue Welt - oder auch nicht. Die gute Nachricht: Ich bin sicher rein- und rausgekommen aus den deutschen und amerikanischen Botschaften in Madrid, Spanien. Ich leide unter typischen Weltenbummler-Symptomen (arm bin ich dran!), wie z.B. ein weiterer Reisepaß randvoll mit Stempeln oder auch weltweite Einwanderungsbürokratie. Schauen wir mal, ob ich die neue Arbeits- und Aufenthaltsgenehmingung für die USA bekomme:

US-Botschaft: Diesen Betonklotz eine Festung zu nennen ist ja wohl untertrieben. Panzer parken vor den Toren, ein ganzer Straßenblock von Madrids berühmter Prachtstraße Serrano ist abgesperrt gegen Parken, Sicherheitskräfte mit vollem Körperschutz und Maschinengewehren an der Hüfte... was für eine Begrüßung! Einen Monat früher mußte ich einen Termin vereinbaren mittels einer Premium-Telefonnummer in Deutschland (!) während ich in Mombasa, Kenya, war. Dort hatte die Regierung alle internationalen Direktwahlsysteme außer Betrieb genommen, was mich zwang, die illegalen Dienste von muslimischen Somalia-Flüchtlingen in der Altstadt wahrzunehmen, die mit alten Pulswählern in die Überwachungsleitungen des staatlichen Geheimdienstes hacken (nein, ich verarsche Euch nicht). Nachdem man den Terminprüfer am Eingang passiert hatte ging es in eine zweiseitig hermetisch abgeriegelte Glas-Schleuse, wo man sich fast ganz ausziehen mußte, damit die Detektoren nicht mehr Alarm schlugen. Drinnen schien dann alles wie am Schnürchen zu laufen, fast schon zu gut. Natürlich hatte der freundliche Beamte eine gemeine Überraschung parat: Seit drei Wochen gäbe es eine neue Richtlinie des DHS, wonach man Spezialvisas nur noch frühestens 10 Tage vor Abreise in den Ausweis bekommen würde - da nützte es also nichts, daß sowohl meine B1/B2- als auch meine H-1B1-Bewerbungen perfekt waren (zum vierten Mal in 12 Jahren, wie ich hinzufügen kann). Dagegen anzukämpfen war zwecklos, also bin ich gleich zu Iberia um ein paar Flüge Ende September nach Madrid zu arrangieren und ging danach gleich noch zur deutschen Botschaft.

Deutsche Botschaft: Im Vergleich zur amerikanischen Botschaft war die Sicherheit eher lustig - ein klappriges Metall-Detektor-Tor im Eingangstor zur schicken Fortuny-Straß,e eine private Sicherheitsfirma um die Sache zu beobachten, das war's. Keine Menschen drinnen (hatte ich erwähnt, daß es in der amerikanischen Botschaft natürlich schlimmer zuging als im Zoo?), nur ich und eine ausgesprochen hilfsbereite deutsche Beamtin in der Staatsbürgerabteilung. Eindrucksvoll, daß deutsche Bürokratie sich zu verbessern scheint und sogar richtige Dienstleistungen anbietet! Sie war recht beeindruckt von meinem in Madrid registrierten Reisepaß und füllte sogar alle Formulare für mich aus - ich brauchte unbedingt einen neuen Reisepaß (zu viele Visas und Stempel) und sie hat sogar angeboten, die Schnellbestellung (zwei Monate!) für meinen neuen Spezialpaß mit fast doppelt so vielen Seiten zu beantragen. Was für ein Plan, nach Madrid zurückzukehren, den neuen Reisepaß von den Deutschen abzuholen, diesen sofort direkt zu den Amerikanern zu bringen, und nach zwei heißen Nächten loszufliegen!